| Für wen | Beihilfesatz Berlin | Fundstelle |
|---|---|---|
| Beamte im aktiven Dienst, auch Anwärter | 50 % | § 76 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 LBG |
| Aktive Beamte mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | § 76 Abs. 3 Satz 3 LBG |
| Beamte in Elternzeit | 70 % | § 46 Abs. 2 Satz 4 LBhVO |
| Versorgungsempfänger | 70 % | § 76 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 LBG |
| Ehe- und eingetragene Lebenspartner | 70 % | § 76 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 LBG |
| Berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen | 80 % | § 76 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 LBG |
Wie Beihilfe und private Restkostenversicherung grundsätzlich zusammenspielen, erklärt Beihilfe für Beamte: so zahlt die Beihilfe. Hier geht es um das, was in Berlin anders ist, und um die neue Frist.
Das Berliner Beihilferecht in zwei Ebenen
In Berlin steht die Beihilfe an zwei Stellen. Das Landesbeamtengesetz legt in § 76 fest, wer Beihilfe bekommt, mit welchem Prozentsatz und was grundsätzlich ausgeschlossen ist. Seit Oktober 2026 regelt § 76a LBG dort auch die pauschale Beihilfe. Die Landesbeihilfeverordnung (LBhVO) füllt das aus: was im Einzelnen beihilfefähig ist, welche Höchstbeträge gelten, wie viel abgezogen wird und wie der Antrag läuft.
Die LBhVO stammt aus dem Jahr 2009. Ihre Fünfte Änderungsverordnung wurde am 13. Januar 2026 erlassen und gilt seit dem 1. März 2026, die neuen Höchstbeträge für Heilmittel schon seit dem 1. Februar. Das Gesetz hat sich zum 1. Oktober 2026 noch einmal geändert.
Beihilfeberechtigt bist Du, solange Dir Dienstbezüge, Anwärterbezüge oder Versorgungsbezüge zustehen, auch wenn sie wegen Elternzeit gerade nicht gezahlt werden (§ 2 Abs. 2 LBhVO). Für den Satz zählt der Tag der Behandlung, nicht das Datum der Rechnung (§ 46 Abs. 1 Satz 2 LBhVO).
Wann der Berliner Beihilfesatz steigt
Zwei Kinder sind die Schwelle. Mit dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind steigt Dein eigener Satz von 50 auf 70 Prozent. Berücksichtigungsfähig ist ein Kind, solange es bei Dir im Familienzuschlag steht (§ 4 Abs. 2 LBhVO). Fällt es dort heraus, sinkt Dein Satz wieder.
Zwei Beamte, ein erhöhter Satz. Seid Ihr beide beihilfeberechtigt, gilt der Satz von 70 Prozent nur für einen von Euch (§ 76 Abs. 3 Satz 3 LBG), und zwar für den, der den Familienzuschlag für die Kinder bezieht (§ 46 Abs. 2 LBhVO).
Elternzeit. Während der Elternzeit liegt Dein Satz bei 70 Prozent, auch mit nur einem Kind (§ 46 Abs. 2 Satz 4 LBhVO).
Ruhestand. Als Versorgungsempfänger bekommst Du 70 Prozent. Dein Restkostentarif kann dann von 50 auf 30 Prozent sinken; das lässt sich schon im Vertrag so vereinbaren (§ 199 Abs. 1 VVG). Bei kleinen Pensionen kann die Beihilfestelle den Satz für höchstens drei Jahre um bis zu zehn Punkte anheben, wenn der Beitrag zur beihilfekonformen Versicherung mehr als 15 Prozent der Gesamteinkünfte frisst (§ 47 Abs. 2 LBhVO).
Ehepartner und Kinder: 70 und 80 Prozent
Dein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner ist berücksichtigungsfähig, wenn der Gesamtbetrag seiner Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag 20.000 Euro nicht übersteigt (§ 4 Abs. 1 LBhVO). Der Betrag wird jedes Jahr im selben Verhältnis wie der Rentenwert angepasst, und die Senatsverwaltung gibt ihn per Rundschreiben bekannt. Den Wert, der für Deinen Antrag gilt, nennt Dir die Beihilfestelle. Liegt das Einkommen im laufenden Jahr voraussichtlich darunter, gibt es die Beihilfe unter Vorbehalt schon jetzt. Nachgewiesen wird es mit dem Steuerbescheid.
Liegt Dein Partner über der Grenze, bekommt er keine Beihilfe und braucht eigenen vollen Schutz. Liegt er darunter, genügt bei 70 Prozent ein Restkostentarif von 30 Prozent, für Kinder einer von 20 Prozent. Kinder unter 18 zahlen außerdem keinen Eigenbehalt (§ 49 Abs. 2 Nr. 1 LBhVO).
Was die Berliner Beihilfe nicht oder nur gekürzt zahlt
Ärztliche und zahnärztliche Rechnungen sind angemessen, wenn sie sich im Gebührenrahmen von GOÄ und GOZ halten. Honorare über den gesetzlichen Gebühren aufgrund einer Vereinbarung mit dem Arzt erkennt die Beihilfe nicht an (§ 6 Abs. 3 LBhVO). Darüber hinaus gilt:
| Leistung | Regel in Berlin | Fundstelle |
|---|---|---|
| Chefarzt und Zweibettzimmer (Wahlleistungen) | nicht beihilfefähig | § 76 Abs. 4 LBG |
| Material- und Laborkosten beim Zahnarzt | zu 60 % beihilfefähig | § 16 Abs. 1 LBhVO |
| Implantate ohne besondere Indikation | höchstens zwei je Kiefer | § 15 Abs. 2 LBhVO |
| Zahnersatz, Kronen, Implantate im Vorbereitungsdienst | grundsätzlich nicht beihilfefähig | § 17 Abs. 2 LBhVO |
| Brillengläser | Höchstbeträge je Glas, Fassung nicht beihilfefähig | Anlage 9 Abschnitt 4 LBhVO |
| Heilpraktiker | beihilfefähig bis zu Höchstbeträgen | § 6 Abs. 3 Satz 4 mit Anlage 2 LBhVO |
Chefarzt und Zweibettzimmer: die Lücke liegt bei 100 Prozent
Das ist der wichtigste Unterschied für Deine Absicherung. Berlin hat die Wahlleistungen im Krankenhaus schon 1998 aus der Beihilfe genommen. Beihilfefähig sind sie nur noch für einen kleinen Kreis, der damals schon versorgt, schwerbehindert oder über 55 war (§ 108 LBG). Für alle anderen zahlt die Beihilfe die allgemeinen Krankenhausleistungen, aber keinen Cent für Chefarzt oder Zweibettzimmer.
Wer diese Leistungen haben will, braucht sie deshalb zu 100 Prozent im eigenen Tarif, nicht nur zu seinem Beihilfesatz. Ein Wahlleistungsbaustein über 50 Prozent deckt in Berlin nur die Hälfte der Rechnung, die andere Hälfte bliebe bei Dir.
Zahnersatz: 60 Prozent der Laborkosten
Bei Kronen, Brücken, Prothesen und Implantaten erkennt die Beihilfe die gesondert berechneten Material- und Laborkosten nur zu 60 Prozent an (§ 16 Abs. 1 LBhVO). Bei 2.000 Euro Laborkosten fallen also 800 Euro aus der Rechnung der Beihilfe heraus. Weist der Zahnarzt den Laboranteil nicht aus, setzt die Beihilfe pauschal 40 Prozent der Rechnung als Laborkosten an (§ 16 Abs. 2 LBhVO). Implantate erkennt sie ohne besondere Indikation für höchstens zwei je Kiefer an, einschließlich der schon vorhandenen (§ 15 Abs. 2 LBhVO).
Genau dafür gibt es Beihilfeergänzungstarife. Was sie zahlen und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Beihilfeergänzungstarif: was er zahlt, was nicht.
Anwärter: kein Zahnersatz im Vorbereitungsdienst
Für Beamte auf Widerruf und ihre Angehörigen sind Prothetik, Inlays, Kronen, Funktionsdiagnostik und Implantate nicht beihilfefähig (§ 17 Abs. 2 LBhVO). Ausnahmen gelten nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst oder wenn Du vorher mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung im öffentlichen Dienst warst. Was im Vorbereitungsdienst sonst wichtig ist, steht unter Krankenversicherung im Referendariat.
Brille: nur die Gläser
Beihilfefähig sind nur die Gläser, bis zu Höchstbeträgen je Glas: etwa 31 Euro für ein einfaches Einstärkenglas bis 6 Dioptrien, 72 Euro für ein Mehrstärkenglas. Die Fassung zählt nicht, außer bei der Schulsportbrille. Neue Gläser gibt es bei gleicher Sehstärke frühestens nach drei Jahren (Anlage 9 Abschnitt 4 LBhVO). Bei 50 Prozent bleiben von einem einfachen Glas 15,50 Euro.
Eigenbehalte: 10 Euro je Krankenhaustag
Eine Kostendämpfungspauschale kennt die Berliner Beihilfe nicht. Abgezogen wird nur ein Eigenbehalt von 10 Euro je Kalendertag bei vollstationären Krankenhausaufenthalten und stationärer Reha, höchstens für 28 Tage im Jahr, und bei bestimmten Rehabilitationsmaßnahmen (§ 49 Abs. 1 LBhVO). Bei Arzneimitteln sieht die LBhVO keinen Eigenbehalt vor.
Der Eigenbehalt mindert die beihilfefähigen Kosten, nicht die Beihilfe. Bei 50 Prozent kostet Dich ein Krankenhaustag also 5 Euro weniger Beihilfe. Frei sind Kinder unter 18, Schwangere bei Beschwerden und Entbindung sowie Organspender (§ 49 Abs. 2 LBhVO).
Nach oben ist der Eigenbehalt gedeckelt: Übersteigt er im Jahr 2 Prozent Deiner Einnahmen, bei chronisch Kranken 1 Prozent, wird er auf Antrag nicht mehr abgezogen. Den Antrag stellst Du bis zum Ende des Folgejahres (§ 50 Abs. 1 LBhVO).
Pauschale Beihilfe in Berlin: was sich am 1. Oktober 2026 geändert hat
Berlin zahlt seit März 2020 auf Antrag eine pauschale Beihilfe statt der Beihilfe zu den Rechnungen. Bis Ende September 2026 stand sie in § 76 Abs. 5 LBG, ohne Frist: Wer wollte, konnte sie jederzeit beantragen und bekam sie ab dem Folgemonat. Mit Artikel 2 des Gesetzes vom 18. September 2026 (GVBl. S. 1038) hat das Land sie in einen eigenen § 76a LBG verlegt und an drei Stellen verschärft:
- Ausschlussfrist von fünf Monaten. Der Antrag muss innerhalb von fünf Monaten nach einem der Anlässe gestellt werden, die das Gesetz nennt: Begründung oder Umwandlung des Beamtenverhältnisses, Versetzung nach Berlin, Wegfall der Heilfürsorge oder Beginn einer Hinterbliebenenversorgung (§ 76a Abs. 3 LBG). Dafür zahlt Berlin rückwirkend ab dem ersten Tag der Frist, frühestens ab Beginn der Versicherung.
- Nachweis bis zwei Monate nach Fristende. Die Vollversicherung für Dich und Deine Angehörigen musst Du belegen, spätestens zwei Monate nach Ablauf der fünf Monate. Sonst wird der Antrag abgelehnt (§ 76a Abs. 4 LBG).
- Bei privater Versicherung muss der Versicherer die Bedingungen des § 257 Abs. 2a SGB V erfüllen, dieselben wie beim Arbeitgeberzuschuss für Angestellte (§ 76a Abs. 2 LBG).
Für alle, die schon vor dem 1. Oktober 2026 Beamte in Berlin waren, gilt eine Übergangsfrist von einem Jahr ab dem 1. Oktober 2026, also bis zum 30. September 2027. Wer in dieser Zeit beantragt, bekommt die Pauschale ab dem 1. Oktober 2026 (§ 110 LBG). Danach ist die Tür für sie zu, solange kein neuer Anlass eintritt.
Die Höhe ist gleich geblieben: Die Hälfte des Beitrags zur freiwilligen gesetzlichen Versicherung, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Basistarifs (§ 76a Abs. 7 und 8 LBG). Der Basistarif darf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kasse nicht übersteigen, 2026 sind das 1.017,19 Euro. Zuschüsse eines Arbeitgebers, etwa für den Partner, werden angerechnet, und die Pauschale wird einmal im Jahr neu berechnet (§ 76a Abs. 10 und 11 LBG).
Und sie bleibt unwiderruflich. Mit der Pauschale verzichtest Du auf die Beihilfe zu den Krankheitskosten, für Dich und Deine Angehörigen, auch im Ruhestand (§ 76a Abs. 6 LBG). Die Beihilfe zur Pflege bleibt. Wechselst Du später zwischen Kasse und privater Versicherung, gibt es höchstens die bisherige Höhe (§ 76a Abs. 9 LBG).
Die Pauschale ist keine neue Tür in die gesetzliche Krankenversicherung. Beamte sind dort nicht pflichtversichert, freiwillig kommt nur hinein, wer die Vorversicherungszeit nach § 9 SGB V erfüllt. Für gesunde Berufseinsteiger ist die klassische Beihilfe mit privatem Restkostenschutz deshalb in aller Regel der günstigere Weg. Wie die anderen Länder das regeln, steht unter Pauschale Beihilfe: welche Länder sie zahlen.
Polizei: Heilfürsorge nur in der Ausbildung
Polizeivollzugskräfte des mittleren Dienstes der Schutzpolizei bekommen in Berlin für die Dauer des Vorbereitungs- oder Ausbildungsdienstes freie Heilfürsorge (§ 103 Abs. 1 LBG). Mit dem Ende der Ausbildung endet sie, und es beginnt die Beihilfe mit 50 Prozent. Ab genau diesem Tag laufen auch die fünf Monate für die pauschale Beihilfe (§ 76a Abs. 3 Satz 4 Nr. 1 LBG).
Spätestens dann brauchst Du einen Restkostentarif, mit Gesundheitsprüfung zum Stand von dann. Alter und Gesundheit von heute sichert eine PKV-Anwartschaft.
Beihilfe in Berlin beantragen
Beihilfe gibt es nur auf Antrag bei der Festsetzungsstelle, schriftlich oder elektronisch (§ 51 Abs. 3 LBhVO). Das Landesverwaltungsamt bietet dafür eine digitale Antragstellung und eine Beihilfe-App, deren neue Version es im Juli 2026 angekündigt hat. Den Bescheid kann es Dir seit Oktober 2026 elektronisch zum Abruf bereitstellen; er gilt dann am vierten Tag nach der Benachrichtigung als bekannt gegeben (§ 76 Abs. 1 LBG).
Drei Zahlen solltest Du kennen:
- Drei Jahre hast Du Zeit, gerechnet ab dem Rechnungsdatum (§ 54 Abs. 1 LBhVO).
- Mehr als 200 Euro müssen die Rechnungen in einem Antrag zusammen ausmachen (§ 51 Abs. 7 LBhVO).
- Abschlag auf Antrag, etwa vor einer teuren Behandlung (§ 51 Abs. 8 LBhVO).
Welche Absicherung zur Berliner Beihilfe passt
Beihilfekonform heißt ein Tarif, wenn er zusammen mit Deinem Beihilfesatz 100 Prozent ergibt. In Berlin sind das 50 Prozent im aktiven Dienst, 30 ab zwei Kindern, in der Elternzeit und im Ruhestand, 30 für den Partner und 20 für Kinder. Dazu kommt die anteilige Pflegeversicherung, die Pflicht ist (§ 23 Abs. 3 SGB XI).
Der Unterschied zu vielen anderen Ländern: Wahlleistungen im Krankenhaus gehören in Berlin zu 100 Prozent in Deinen Tarif, weil die Beihilfe sie gar nicht zahlt. Offen bleiben außerdem die Laborkosten beim Zahnersatz, die Brillenfassung und die Höchstbeträge bei Heilpraktikern.
Steigt Dein Satz, passt Du den Tarif an, denn Beihilfe und Versicherung zusammen erstatten nie mehr als die Rechnung (§ 48 Abs. 1 LBhVO, § 200 VVG). Sinkt er, kannst Du binnen sechs Monaten ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken (§ 199 Abs. 2 VVG).
Vor dem Vertrag steht eine Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen können zu einem Zuschlag, einem Leistungsausschluss oder im Einzelfall zur Ablehnung führen. Nach den Musterbedingungen gilt eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten und eine besondere von acht Monaten, unter anderem für Entbindung, Psychotherapie und Zahnersatz (§ 3 MB/KK 2009); einzelne Tarife verkürzen sie.
Für Beamtenanfänger mit Vorerkrankungen gibt es die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer. Wer innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung einen Antrag stellt, wird bei den teilnehmenden Versicherern nicht aus Risikogründen abgelehnt, bekommt keine Leistungsausschlüsse und höchstens 30 Prozent Zuschlag. Nicht jeder Versicherer nimmt teil, auch der nicht, den ich vermittle. Für Beihilfeergänzungstarife gelten die Erleichterungen nicht.
Ich vermittle ausschließlich die HanseMerkur, für Beamte die Linien Be Fit Smart und Be Fit Best. Was sie leisten und kosten, steht unter private Krankenversicherung für Beamte. Für den Vorbereitungsdienst gibt es HanseMerkur für Beamtenanwärter und Referendare.
Checkliste vor dem Antrag in Berlin
Bevor Du in Berlin einen Restkostentarif abschließt oder die Pauschale beantragst, geh diese Punkte durch:
- Datum festhalten. Notier Dir den Tag Deiner Ernennung, Umwandlung, Versetzung oder das Ende der Heilfürsorge. Ab diesem Tag laufen fünf Monate für die pauschale Beihilfe. Warst Du schon vor dem 1. Oktober 2026 Beamter in Berlin, ist Dein Stichtag der 30. September 2027.
- Weg wählen, dann erst unterschreiben. Pauschale oder klassische Beihilfe ist eine Entscheidung für das ganze Berufsleben und gilt für Partner und Kinder mit.
- Wahlleistungen zu 100 Prozent. Willst Du Chefarzt und Zweibettzimmer, gehören sie in Berlin vollständig in Deinen Tarif.
- Zahnersatz und Brille absichern. Laborkosten zu 60 Prozent, Gläser mit Höchstbeträgen, Fassung gar nicht: Das schließt ein Ergänzungsbaustein.
- Einkommen des Partners prüfen. Mehr als die Grenze aus § 4 LBhVO, dann braucht er eigenen vollen Schutz.
- Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten. Arztbesuche und Behandlungen der letzten Jahre vorher zusammentragen, die Fristen der Öffnungsaktion im Blick behalten.
- Anwärter: Zahnersatz möglichst vor dem Vorbereitungsdienst erledigen oder vorher klären, was der Tarif in dieser Zeit zahlt.
Kurz beantwortet: Berliner Beihilfe
Wie hoch ist die Beihilfe in Berlin?
50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern, in der Elternzeit und im Ruhestand. Ehepartner bekommen 70, Kinder 80 Prozent (§ 76 Abs. 3 LBG, § 46 LBhVO).
Welche Beihilfeverordnung gilt in Berlin?
Die Landesbeihilfeverordnung (LBhVO) vom 8. September 2009, zuletzt geändert durch die Fünfte Änderungsverordnung, gültig seit 1. März 2026. Die Grundregeln stehen in § 76 und § 76a des Landesbeamtengesetzes.
Zahlt die Berliner Beihilfe Chefarzt und Zweibettzimmer?
Nein. Wahlleistungen im Krankenhaus sind nicht beihilfefähig (§ 76 Abs. 4 LBG), außer für einen kleinen Kreis, der schon am 1. April 1998 versorgt, schwerbehindert oder über 55 war (§ 108 LBG).
Bis wann kann ich die pauschale Beihilfe in Berlin beantragen?
Innerhalb von fünf Monaten nach Ernennung, Umwandlung, Versetzung oder Ende der Heilfürsorge (§ 76a Abs. 3 LBG). Wer schon vor dem 1. Oktober 2026 beihilfeberechtigt war, hat bis zum 30. September 2027 Zeit (§ 110 LBG). Die Wahl ist unwiderruflich.
Gibt es in Berlin eine Kostendämpfungspauschale?
Nein. Abgezogen werden nur 10 Euro je Krankenhaustag, höchstens 28 Tage im Jahr, gedeckelt auf 2 Prozent der Einnahmen (§§ 49 und 50 LBhVO).
Wie viel darf mein Ehepartner verdienen?
Der Gesamtbetrag seiner Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr darf die Grenze aus § 4 Abs. 1 LBhVO nicht übersteigen: 20.000 Euro, jedes Jahr mit dem Rentenwert angepasst.
Quellen und Fundstellen
9 Fundstellen
- Landesbeihilfeverordnung Berlin (LBhVO), vom 8. September 2009, aktuelle Gesamtausgabe mit der Fünften Änderungsverordnung, gültig ab 01.03.2026: § 2, § 4, § 6, § 15, § 16, § 17, § 46, § 47, § 48, § 49, § 50, § 51, § 54 und Anlage 9 Abschnitt 4, abgerufen 20.10.2026
- § 76 Landesbeamtengesetz Berlin: Beihilfen, Fassung vom 18.09.2026, gültig ab 01.10.2026, abgerufen 20.10.2026
- § 76a Landesbeamtengesetz Berlin: Pauschale Beihilfe, eingefügt durch Art. 2 des Gesetzes vom 18.09.2026 (GVBl. S. 1038, 1039), gültig ab 01.10.2026
- § 110 Landesbeamtengesetz Berlin: Übergangsvorschrift zu § 76a, gültig ab 01.10.2026; dazu § 103 (Heilfürsorge) und § 108 (Wahlleistungen) LBG
- Landesverwaltungsamt Berlin: Fünfte Verordnung zur Änderung der Landesbeihilfeverordnung, 20.02.2026
- § 199 VVG: Beihilfeempfänger, und § 200 VVG: Bereicherungsverbot
- § 23 SGB XI: Pflegeversicherung für Beihilfeberechtigte; § 9 SGB V: freiwillige Versicherung
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte, Stand Januar 2026
- Musterbedingungen 2009 für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009), § 3 Wartezeiten
Ediz Catmaz
Zertifizierter PKV-Experte
Ich berate zur privaten Krankenversicherung und vermittle ausschließlich die private Krankenversicherung der HanseMerkur. Was ich schreibe, kannst Du nachprüfen – die Fundstelle steht immer daneben.
Mehr über michEdiz Catmaz ist gebundener Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 7 GewO und vermittelt ausschließlich Produkte der HanseMerkur. Registernummer D-OAII-V220V-47.
Impressum und Erstinformation