| Wer | Status im Vorbereitungsdienst | Beihilfe | Krankenversicherung |
|---|---|---|---|
| Anwärter beim Bund | Beamter auf Widerruf | 50 % (§ 46 BBhV) | versicherungsfrei, Rest privat |
| Lehramtsreferendar in NRW | Beamter auf Widerruf | 50 %, ab zwei Kindern 70 % | Rest privat oder freiwillig gesetzlich |
| Rechtsreferendar in Hessen | in der Regel Beamter auf Widerruf | ja | Rest privat oder freiwillig gesetzlich |
| Rechtsreferendar in Bayern | öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis | nein | gesetzlich pflichtversichert, keine Befreiung |
| Rechtsreferendar in NRW | öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis | nein | gesetzlich versichert |
Die Fundstellen zu jeder Zeile stehen unten unter „Quellen". Für Dein eigenes Land gilt: Das Merkblatt Deiner Einstellungsbehörde oder Deines Oberlandesgerichts sagt es in einem Satz.
Ist man als Referendar privat versichert?
Die Antwort steckt in § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V. Versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, wer nach beamtenrechtlichen Vorschriften bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe (oder Heilfürsorge) hat. Beides zusammen, sonst nicht.
Wer Beamter auf Widerruf ist, hat beides. Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist genau für den Vorbereitungsdienst gedacht, so steht es in § 4 Abs. 4 BeamtStG. Und die Beihilfe knüpft beim Bund an die Anwärterbezüge an (§ 2 Abs. 2 BBhV). Damit bist Du versicherungsfrei und musst Dich selbst um den Teil kümmern, den die Beihilfe nicht zahlt.
Wer dagegen in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis steht, ist kein Beamter. Er bekommt eine Unterhaltsbeihilfe statt Anwärterbezügen, und ob es Beihilfe gibt, entscheidet das Land. Bayern schließt sie ausdrücklich aus: Für Rechtsreferendare gelten zwar die Regeln für Beamte auf Widerruf, aber ausgenommen ist unter anderem Art. 96 BayBG, die Vorschrift über die Beihilfe (Art. 2 Abs. 2 SiGjurVD). Ohne Beihilfe keine Versicherungsfreiheit, also gesetzliche Kasse.
Ein Bild, das mir dabei hilft: Zwei Leute sitzen im selben Hörsaal, schreiben dieselben Klausuren und fahren am Ende mit demselben Examen nach Hause. Der eine hat einen Dienstwagen, der andere ein Jobticket. Beides bringt Dich ans Ziel, nur die Regeln dafür stehen in verschiedenen Verträgen.
Die Frage, die ich von Rechtsreferendaren am häufigsten höre, ist nicht die nach einem Tarif. Es ist die, warum die Freundin im Lehramt privat versichert ist und sie selbst nicht.
Lehramt im Vorbereitungsdienst: privat oder freiwillig gesetzlich
Für Lehrer im Vorbereitungsdienst ist eine private Krankenversicherung nicht nur möglich, sie ist der Normalfall. In NRW zum Beispiel leistest Du den Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Die Beihilfestelle schreibt dazu selbst, dass Du frei wählen kannst: freiwillig gesetzlich versichert oder Mitglied einer privaten Krankenversicherung. Die Beihilfe beträgt grundsätzlich 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent.
Wählen kannst Du also. Trotzdem halte ich die freiwillige gesetzliche Versicherung für Beamte meistens für die schlechtere Wahl, und das liegt an der Rechnung. Privat versicherst Du nur den Teil, den die Beihilfe offenlässt, bei 50 Prozent Beihilfe also die andere Hälfte. Die Kasse dagegen versichert Dich komplett, und den Beitrag dafür zahlst Du selbst. Die Beihilfestelle in NRW schreibt es trocken: Beiträge zahlst Du in beiden Fällen, die Beihilfe ist kostenlos.
Eine Ausnahme gibt es, und sie gehört fair dazu: Einige Länder bieten statt der Beihilfe einen pauschalen Zuschuss zur Krankenversicherung an. In Hamburg zum Beispiel ist die einmal schriftlich getroffene Entscheidung dafür unwiderruflich. Wer das erwägt, sollte es also nicht im ersten Monat nebenbei entscheiden.
Wie Beihilfe und Restkosten im Alltag zusammenspielen, von der Arztrechnung bis zur Erstattung, steht ausführlich unter Beihilfe und Restkostentarif für Beamte.
Rechtsreferendariat: meistens gesetzlich, mit Ausnahmen
Für Rechtsreferendare hängt es am Land, und zwar deutlicher als bei jeder anderen Gruppe.
Bayern: öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis nach Art. 2 SiGjurVD. Das Merkblatt der Oberlandesgerichte München, Nürnberg und Bamberg sagt es knapp: gesetzlich in der Kranken-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung versichert, die Kasse frei wählbar, eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht ist nicht möglich.
Nordrhein-Westfalen: ebenfalls ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis (§ 30 Abs. 1 JAG NRW), und auch hier nennt das Oberlandesgericht Köln die gesetzliche Krankenversicherung.
Hessen: Wer die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, wird mit der Aufnahme in den Vorbereitungsdienst Beamter auf Widerruf, bekommt Anwärterbezüge und hat Anspruch auf Beihilfe. Für den Rest gilt dieselbe Wahl wie im Lehramt. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt, kommt in ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis.
Wenn Du also als Rechtsreferendar in Bayern oder NRW gesetzlich versichert bist, hast Du nichts versäumt. Du kannst gar nicht anders. Interessant wird es danach: Wer anschließend Richter mit Beihilfeanspruch oder Beamter auf Probe wird, zählt für die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherung als Beamtenanfänger, mit einer eigenen Frist von sechs Monaten (dazu unten mehr).
Was kostet eine private Krankenversicherung im Referendariat?
Für den Vorbereitungsdienst gibt es eigene Anwärtertarife. Sie sind auf diese Lebensphase zugeschnitten und befristet, und genau das macht sie günstig. Der Beitrag richtet sich nach Deinem Eintrittsalter und nach Deinem Beihilfesatz, also dem Prozentsatz, den Du selbst versichern musst.
In den Bedingungen, mit denen ich arbeite, bleibt der Beitrag im Anwärtertarif während der gesamten Laufzeit gleich, höchstens 60 Monate lang, und aufnehmen lassen kannst Du Dich bis zum 39. Geburtstag. Dazu kommt immer die Pflegepflichtversicherung. Konkrete Beiträge mit Alter und Stand der Tarife stehen auf der Seite Krankenversicherung für Beamtenanwärter bei der HanseMerkur.
Und was kostet es für Lehrer danach? Das ist die Frage, die hinter der ersten steckt. Mit dem Ende des Vorbereitungsdienstes wechselt der Vertrag in den Beamtentarif, und dann zahlst Du den Beitrag nach dem Alter, das Du zu diesem Zeitpunkt erreicht hast. Rechne damit, dass er dann steigt, und plan es ein, sobald Dein Übernahmetermin feststeht. Wie die Beamtentarife aussehen und was sie kosten, steht unter private Krankenversicherung für Beamte bei der HanseMerkur.
Der Ergänzungsbaustein gehört von Anfang an dazu
Die Beihilfe zahlt nicht alles, was ein Arzt, eine Brille oder ein Zahnlabor in Rechnung stellt. Sie arbeitet mit Höchstbeträgen, Prozentsätzen und Eigenbehalten. Dafür gibt es Beihilfeergänzungstarife, und für Anwärter ist die Frage, ob man einen braucht, meistens schon beantwortet: In dem Anwärtertarif, den ich vermittle, lässt sich der Grundtarif nur zusammen mit dem Ergänzungsbaustein abschließen. Er ist kein Extra, das man weglassen könnte.
Was so ein Baustein genau zahlt und wo auch er nicht hilft, steht unter Beihilfeergänzungstarif: was er zahlt, was nicht.
Die Zeitachse: was Du wann tun musst
Das ist der Teil, den Du Dir abspeichern solltest. Die Stationen in der Reihenfolge, in der sie kommen.
Vor dem ersten Tag: den Status klären. Beamter auf Widerruf oder Ausbildungsverhältnis? Das entscheidet über alles Weitere und steht in Deiner Ernennungs- oder Bestellungsurkunde.
In den ersten Wochen: Antrag und Beihilfe. Am einfachsten stellst Du den Versicherungsantrag so, dass der Schutz mit dem ersten Tag im Vorbereitungsdienst beginnt.
Innerhalb von sechs Monaten: die Frist der Öffnungsaktion. Sie ist nur wichtig, wenn Du eine Vorerkrankung hast, und dann ist sie der wichtigste Termin überhaupt. Die Frist läuft ab dem Beginn des Beamtenverhältnisses, maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer.
Während des Vorbereitungsdienstes: Änderungen melden. Heirat, ein Kind, ein neuer Dienstherr, eine Unterbrechung. In den Bedingungen, mit denen ich arbeite, ist jede Änderung der Beihilfe unverzüglich anzuzeigen. Eine Unterbrechung von mehr als sechs Monaten beendet den Anwärtertarif. Fällt die Beihilfe nur vorübergehend weg, kannst Du den Anwärtertarif dort bis zu zwölf Monate weiterführen, sofern Du in der Zeit nicht gesetzlich versichert sein kannst und nicht erwerbstätig bist.
Ende des Vorbereitungsdienstes: die Umstellung. Hier liest man im Netz oft von einer Frist, die man für die Überführung in den Normaltarif einhalten müsse. In den Bedingungen, mit denen ich arbeite, gibt es diese Frist nicht. Der Vertrag wird zum Ersten des Folgemonats automatisch umgestellt, ohne neue Risikoprüfung und ohne Wartezeiten. Wer das nicht will, kann innerhalb von zwei Monaten nach der Umstellung kündigen. Ob Dein Vertrag das so regelt, steht in den Tarifbedingungen unter „Versicherungsfähigkeit und Versicherungsdauer".
Nach der Übernahme: den Beihilfesatz nachhalten. Ein Punkt, der bei Anwärtern häufiger vorkommt, als man denkt: Zwischen dem Ende des Vorbereitungsdienstes und der Übernahme liegen manchmal Wochen oder Monate. Für diese Zeit gilt die Regel von oben: früh melden, dann lässt sich eine Lösung finden. Ändert sich später Dein Beihilfesatz, weil er sinkt oder ganz wegfällt, kannst Du den Versicherungsschutz in den Bedingungen, mit denen ich arbeite, ohne neue Risikoprüfung anpassen, wenn Du das innerhalb von sechs Monaten beantragst.
Wenn Du eine Vorerkrankung hast
Die Öffnungsaktion ist ein Angebot der privaten Krankenversicherer, die sich daran beteiligen. Wer in der Frist einen Antrag stellt, wird bei den Teilnehmern nicht aus Risikogründen abgelehnt, bekommt keine Leistungsausschlüsse und höchstens 30 Prozent Zuschlag auf den Tarifbeitrag. Beamte auf Widerruf, also Referendare und Anwärter, gehören ausdrücklich zum Personenkreis.
Drei Dinge dazu, die in den meisten Zusammenfassungen fehlen:
- Nicht jeder Versicherer nimmt teil. Der Versicherer, den ich vermittle, gehört nicht dazu. Ein Teilnehmer nimmt laut Verbandsliste zudem keine Beamten auf Widerruf auf.
- Beihilfeergänzungstarife sind nicht Gegenstand der Aktion. Für sie gilt die normale Gesundheitsprüfung.
- Wer im Vorbereitungsdienst gesetzlich versichert war, gehört als Beamter auf Probe trotzdem zum Personenkreis. Das nennt der Verband ausdrücklich.
Wenn Du gesund bist, spielt das alles keine Rolle. Dann gilt die normale Gesundheitsprüfung, und mit Mitte zwanzig ist sie nach meiner Erfahrung meistens eine Formalie.
Was im Referendariat immer wieder gefragt wird
Was kostet eine private Krankenversicherung im Referendariat?
Das hängt an Deinem Eintrittsalter und Deinem Beihilfesatz. Anwärtertarife sind eigens für den befristeten Vorbereitungsdienst kalkuliert. Dazu kommt die Pflegepflichtversicherung. Konkrete Beiträge mit Stand stehen auf der Anwärterseite.
Ist man als Referendar privat versichert?
Als Beamter auf Widerruf, also in aller Regel im Lehramt, bist Du versicherungsfrei und versicherst den Teil privat, den die Beihilfe nicht zahlt. Rechtsreferendare sind in Bayern und NRW gesetzlich pflichtversichert, in Hessen dagegen meist Beamte auf Widerruf mit Beihilfe.
Ist eine private Krankenversicherung für Lehrer im Vorbereitungsdienst möglich?
Ja. Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf bekommst Du Beihilfe und kannst den Rest privat versichern oder Dich freiwillig gesetzlich versichern. Privat versicherst Du nur den Teil, den die Beihilfe offenlässt, die Kasse dagegen komplett zum eigenen Beitrag.
Wie viel kostet eine private Krankenversicherung für Lehrer?
Im Vorbereitungsdienst zahlst Du den Anwärtertarif. Danach richtet sich der Beitrag im Beamtentarif nach dem Alter bei der Umstellung und nach dem Beihilfesatz. Mit zwei Kindern steigt die Beihilfe beim Bund auf 70 Prozent, und der privat versicherte Teil wird kleiner.
Was passiert, wenn ich nach dem Referendariat nicht übernommen werde?
Dann endet mit dem Beamtenverhältnis in der Regel auch die Beihilfe. Melde das Deinem Versicherer sofort. Je nachdem, was danach kommt, eine Anstellung, eine Wartezeit auf die Planstelle oder ein Wechsel des Dienstherrn, gibt es unterschiedliche Wege, und fast alle sind leichter, wenn man sie vorher bespricht.
Ich habe eine Vorerkrankung. Was heißt das für mich?
Dann ist die Sechsmonatsfrist der Öffnungsaktion Dein wichtigster Termin. Sie gilt nur bei den teilnehmenden Versicherern und nicht für Ergänzungstarife. Lass Deine Angaben durchsehen, bevor irgendwo ein förmlicher Antrag gestellt wird.
Quellen
- § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit bei Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und Beihilfe, abgerufen 25.09.2026
- § 4 BeamtStG: Beamtenverhältnis auf Widerruf für den Vorbereitungsdienst, abgerufen 25.09.2026
- § 2 BBhV und § 46 BBhV: Beihilfeberechtigung und Bemessungssätze des Bundes, abgerufen 25.09.2026
- Art. 2 SiGjurVD: Rechtsreferendare in Bayern, abgerufen 25.09.2026
- Merkblatt für Rechtsreferendare der Oberlandesgerichte München, Nürnberg und Bamberg, Stand 1. März 2026
- OLG Köln: Rechtliche Stellung der Referendare und Einführung in das Rechtsreferendariat, Februar 2025
- OLG Frankfurt am Main: Merkblatt zur Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst, abgerufen 25.09.2026
- Ministerium für Schule und Bildung NRW: Hinweise zum Vorbereitungsdienst und Bezirksregierung Düsseldorf: Beihilfe im Vorbereitungsdienst, abgerufen 25.09.2026
- Hamburg: Merkblatt Pauschale Beihilfe, Stand Januar 2024
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte, Stand Januar 2026
- HanseMerkur Krankenversicherung AG, Verbraucherinformation Beihilfeversicherung, Juni 2026: Tarif BA 06.26 und BAE 06.26, Tarifbedingung b) zu § 3 (6) MB/KK 2009
