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Krankenversicherung bei Selbstständigkeit: gesetzlich oder privat, und was es kostet

Ediz Catmaz Ediz Catmaz ·Stand 25.09.2026 ·13 Min. Lesezeit Selbstständige

Als hauptberuflich Selbstständiger bist Du nicht versicherungspflichtig und entscheidest selbst: freiwillig in der gesetzlichen Kasse oder privat (§ 5 Abs. 5 SGB V). Versichert sein musst Du trotzdem. Gesetzlich zahlst Du 2026 einen Prozentsatz Deines Gewinns, mindestens auf 1.318,33 Euro im Monat. Das sind mit Pflege 270,26 Euro, kinderlos 278,17 Euro, auch in einem Monat ohne Umsatz. Höchstens sind es 1.226,44 Euro, kinderlos und ohne Krankengeld. Privat hängt der Beitrag nicht am Gewinn, sondern an Eintrittsalter, Gesundheit und Tarif.

Zwei getrennte Papierstapel auf einem grauen Tisch, eine Hand liegt auf dem linken Stapel

Wie viel kostet die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige?

Freiwillige Mitglieder zahlen nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (§ 240 Abs. 1 SGB V). Für Dich heißt das vor allem: nach dem Gewinn laut Steuerbescheid. Mieten und Kapitalerträge zählen ebenfalls mit. Der Satz setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent, solange Du kein Krankengeld gewählt hast (§ 243 SGB V), dem Zusatzbeitrag Deiner Kasse, 2026 im Durchschnitt 2,9 Prozent, und der Pflegeversicherung mit 3,6 Prozent, kinderlos ab 23 mit 4,2 Prozent (§ 55 SGB XI).

Monatsgewinn 2026Krankenversicherung ohne Krankengeld (16,9 %)mit Krankengeld (17,5 %)Pflege mit Kind (3,6 %)zusammen, kinderlos, ohne Krankengeld
bis 1.318,33 € (Mindestbeitrag)222,80 €230,71 €47,46 €278,17 €
2.000 €338,00 €350,00 €72,00 €422,00 €
3.000 €507,00 €525,00 €108,00 €633,00 €
4.000 €676,00 €700,00 €144,00 €844,00 €
ab 5.812,50 € (Höchstbeitrag)982,31 €1.017,19 €209,25 €1.226,44 €

Die Tabelle rechnet mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Jeder Zehntelpunkt, den Deine Kasse darüber oder darunter liegt, macht am Mindestbeitrag 1,32 Euro im Monat aus, an der Grenze 5,81 Euro. Eltern ab dem zweiten Kind unter 25 zahlen in der Pflege etwas weniger.

Einen Arbeitgeber, der die Hälfte trägt, gibt es nicht. Was es mit der Obergrenze auf sich hat und was für 2027 geplant ist, steht unter Beitragsbemessungsgrenze und Höchstbeitrag.

Mindestbeitrag 2026: was Du auch ohne Umsatz zahlst

Die gesetzliche Kasse rechnet mit einem Mindesteinkommen, egal, was Du tatsächlich verdienst. Pro Kalendertag ist es der neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße (§ 240 Abs. 4 Satz 1 SGB V), 2026 also 1.318,33 Euro im Monat. Das funktioniert wie ein Handyvertrag mit Mindestumsatz: Auch wenn Du einen Monat nicht telefonierst, wird der Grundbetrag fällig.

Eine günstigere Untergrenze für Gründer gibt es nicht mehr. Bis Ende 2018 galten für hauptberuflich Selbstständige eigene Mindestgrenzen, mit einer Ermäßigung für Existenzgründer und Härtefälle. Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz hat sie zum 1. Januar 2019 gestrichen. Seitdem gilt für Dich dieselbe Untergrenze wie für jedes andere freiwillige Mitglied. Ältere Seiten schreiben das noch anders.

Zwei Dinge, die Gründer kennen sollten. Vom Gründungszuschuss der Arbeitsagentur bleibt der Teil von 300 Euro im Monat, der für die soziale Sicherung gedacht ist, bei der Beitragsbemessung außer Ansatz (§ 240 Abs. 2 Satz 3 SGB V). Und für 2027 sieht der Entwurf der Rechengrößen-Verordnung eine Bezugsgröße von 4.130 Euro vor. Kommt sie so, steigt die Mindestbemessung auf 1.376,67 Euro im Monat. Beschlossen ist das noch nicht.

Wie hoch ist der Kranken­kassen­beitrag bei Selbstständigkeit? Vorläufig, endgültig, nachgezahlt

Die Kasse kennt Deinen Gewinn erst, wenn das Finanzamt ihn festgestellt hat. Deshalb läuft die Beitragsfestsetzung in zwei Stufen (§ 240 Abs. 4a SGB V):

  1. Vorläufig nach dem zuletzt erlassenen Einkommensteuerbescheid. Ein neuer Bescheid gilt ab dem Monat nach seiner Ausfertigung. Wer gerade gründet, hat noch keinen; dann zählen die voraussichtlichen Einnahmen, die Du selbst angibst.
  2. Endgültig, sobald der Steuerbescheid für das jeweilige Jahr vorliegt. Dann wird nachgerechnet, in beide Richtungen: Hast Du zu hoch geschätzt, bekommst Du Geld zurück, hast Du zu niedrig geschätzt, zahlst Du nach.

Die Nachzahlung kommt mit dem Steuerbescheid, oft eineinhalb Jahre später. Plan sie ein.

Teuer wird es, wenn Du den Nachweis liegen lässt. Weist Du Deine tatsächlichen Einnahmen auf Verlangen der Kasse nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres nach, setzt sie die Beiträge endgültig nach der Beitragsbemessungsgrenze fest. Das sind 2026 mit Pflege, kinderlos und ohne Krankengeld, 1.226,44 Euro im Monat, rückwirkend für das ganze Jahr. Liegt noch kein Steuerbescheid vor, schiebt eine Erklärung des Finanzamts das um zwölf Monate hinaus.

Und wenn es gerade schlechter läuft? Liegt Dein Gewinn um mehr als ein Viertel unter dem aus dem letzten Steuerbescheid, kannst Du beantragen, dass die Kasse nach Deinem aktuellen Vorauszahlungsbescheid des Finanzamts rechnet (§ 6 Abs. 3a Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler). Mein Tipp für den Alltag: Kopie jedes Steuerbescheids an die Kasse, am Tag, an dem er kommt.

Krankengeld: ermäßigter Satz, Wahlerklärung oder Wahltarif

Als hauptberuflich Selbstständiger hast Du in der gesetzlichen Kasse zunächst keinen Anspruch auf Krankengeld (§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Dafür zahlst Du den ermäßigten Satz. Wer Krankengeld will, hat zwei Wege:

  • Die Wahlerklärung. Du erklärst der Kasse, dass Deine Mitgliedschaft Krankengeld umfassen soll. Dann gilt der allgemeine Satz von 14,6 Prozent, bei 3.000 Euro Gewinn also 18 Euro mehr im Monat. Das Krankengeld beginnt mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 Satz 4 SGB V). An die Erklärung bist Du drei Jahre gebunden (§ 44 Abs. 2 in Verbindung mit § 53 Abs. 8 Satz 1 SGB V).
  • Ein Wahltarif Krankengeld nach § 53 Abs. 6 SGB V, den jede Kasse anbieten muss. Er kann früher beginnen, die Prämie hängt nicht an Alter oder Gesundheit. Auch hier beträgt die Mindestbindung drei Jahre, und nach dem Wortlaut des § 53 Abs. 8 kannst Du die Mitgliedschaft frühestens zu deren Ablauf kündigen. Wer mit dem Gedanken an die private Versicherung spielt, fragt vorher bei seiner Kasse nach.

Ab 1. Januar 2027 ändert sich die Wahlerklärung. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026 regelt: Der Anspruch entsteht nur dann sofort mit der Erklärung, wenn Du erstmals freiwilliges Mitglied wirst oder bisher als Angestellter Krankengeld hattest, etwa beim Schritt in die Selbstständigkeit, und die Erklärung innerhalb von 14 Tagen bei der Kasse eingeht. Wer später erklärt, hat drei Monate Wartezeit. Wer 2027 gründet, gibt die Erklärung also gleich mit der Anmeldung ab.

In der privaten Versicherung heißt der Baustein Krankentagegeld. Er ist nicht automatisch enthalten, und seine Höhe darf Dein Nettoeinkommen aus dem Beruf nicht übersteigen (§ 4 Abs. 2 MB/KT 2009). Welcher erste Tag und welche Höhe zu Dir passen, steht unter Krankentagegeld für Selbstständige.

Privat versichert als Selbstständiger: Beitrag, Gesundheitsprüfung, Alter

Der private Beitrag hängt am Eintrittsalter, am Gesundheitszustand bei Abschluss und am Tarif. Dein Gewinn spielt keine Rolle, und jede versicherte Person zahlt einen eigenen Beitrag. Er steigt auch nicht, weil Du älter wirst: Ein Teil jedes Beitrags wird als Alterungsrückstellung zurückgelegt (§ 146 Abs. 1 VAG), dazu kommt ab dem Jahr nach Deinem 21. Geburtstag ein gesetzlicher Zuschlag von 10 Prozent, der bis zu dem Jahr läuft, in dem Du 60 wirst (§ 149 VAG). Angepasst wird der Beitrag, wenn die Kosten im Gesundheitswesen dauerhaft anders ausfallen als kalkuliert und ein Treuhänder zustimmt (§ 203 Abs. 2 VVG).

Wer den Beitrag allein trägt, dem kommt auch jede Ersparnis durch einen Selbstbehalt allein zugute.

Vor dem Vertrag steht die Gesundheitsprüfung. Du musst alles angeben, wonach der Versicherer in Textform fragt (§ 19 Abs. 1 VVG). Er kann ablehnen, einen Zuschlag verlangen oder einen Leistungsausschluss vereinbaren (§ 203 Abs. 1 Satz 2 VVG). Fehlt etwas im Antrag, erlöschen seine Rechte daraus in der Krankenversicherung drei Jahre nach Vertragsschluss (§ 194 Abs. 1 Satz 4 VVG), bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung erst nach zehn Jahren (§ 21 Abs. 3 Satz 2 VVG). Für Versicherungsfälle, die vorher eingetreten sind, gilt die Frist nicht. Wie Du die Fragen sauber beantwortest, steht unter PKV-Gesundheitsprüfung: was Du angeben musst.

Was das in Euro heißt, mit Beispielbeiträgen nach Eintrittsalter, steht auf der Seite für Selbstständige in der privaten Krankenversicherung.

Was ich in Gesprächen am häufigsten erlebe: Leute kommen mit einer Beitragsdifferenz im Kopf, die sie irgendwo ausgerechnet haben, und in mehr als der Hälfte der Fälle löst sich der Vorteil auf, sobald Familie, Alter und Gesundheitshistorie dazukommen. Das ist kein Argument gegen den Wechsel. Es ist ein Argument dafür, ihn einmal richtig zu rechnen.

Krankenversicherung für Existenzgründer und bei schwankendem Einkommen

Aus einer Anstellung, bisher pflichtversichert. Mit der hauptberuflichen Selbstständigkeit endet die Versicherungspflicht. Die Mitgliedschaft läuft als freiwillige weiter, es sei denn, Du erklärst innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis Deiner Kasse den Austritt und weist eine andere Absicherung nach (§ 188 Abs. 4 SGB V). Ab diesem Tag zahlst Du den ganzen Beitrag allein. Genau das ist der Sprung, der viele im ersten Monat kalt erwischt: Der Beitrag verdoppelt sich faktisch, obwohl sich an der Versicherung nichts geändert hat.

Aus einer Anstellung, bisher privat versichert. Dein Vertrag läuft weiter, aber der Arbeitgeberzuschuss fällt weg, denn den gibt es nur für Beschäftigte (§ 257 Abs. 2 SGB V). Aus Deinem halben Beitrag wird der ganze.

Bisher familienversichert. Die Familienversicherung endet, sobald Du hauptberuflich selbstständig bist oder Dein Gesamteinkommen regelmäßig über 565 Euro im Monat liegt (§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 und 5 SGB V). Melde die Gründung von Dir aus, bevor die Kasse fragt.

Bei schwankendem Einkommen folgt der gesetzliche Beitrag Deinem Gewinn, mit Verzögerung, bis hinunter zum Mindestbeitrag. Der private bleibt gleich. Wer privat geht, wählt ihn deshalb so, dass er auch das schwächste Jahr trägt, das er sich vorstellen kann.

Woran es in der Praxis am häufigsten scheitert: Gründer rechnen die Krankenversicherung für sich allein durch, weil sie im Gründungsjahr noch keine Kinder haben, und die Familienplanung liegt zwei Jahre später.

Nebenberuflich selbstständig: was für die Krankenversicherung gilt

Von der Versicherungspflicht als Arbeitnehmer befreit Dich nur eine hauptberufliche Selbstständigkeit (§ 5 Abs. 5 SGB V). Wer angestellt ist und nebenher etwas aufbaut, bleibt, wie er ist. Als pflichtversicherter Arbeitnehmer zahlst Du auf den Gewinn aus der Nebentätigkeit keine Kassenbeiträge; Arbeitseinkommen ist dort nur neben einer Rente oder Versorgungsbezügen beitragspflichtig (§ 226 Abs. 1 SGB V). Bist Du freiwillig versichert, zählt der Nebengewinn mit, zum ermäßigten Satz.

Wo die Grenze liegt, beurteilt die Kasse nach Zeitaufwand und wirtschaftlicher Bedeutung. Die Grundsätzlichen Hinweise des GKV-Spitzenverbandes geben dafür Faustregeln:

Deine AnstellungDeine Selbstständigkeit gilt
Vollzeitals nebenberuflich, egal wie viel sie einbringt
mehr als 20 Stunden pro Woche und mehr als 1.977,50 € im Monat (2026)als nebenberuflich
höchstens 20 Stunden und höchstens 1.977,50 € im Monatals hauptberuflich
alles dazwischenGesamtschau: Sie muss die Anstellung an Zeit und Einkommen deutlich übersteigen, als Orientierung um mindestens 20 Prozent

Die 1.977,50 Euro sind die Hälfte der monatlichen Bezugsgröße. Beschäftigst Du selbst regelmäßig mindestens einen Arbeitnehmer mehr als geringfügig, wird Hauptberuflichkeit vermutet (§ 5 Abs. 5 Satz 2 SGB V). Und bist Du familienversichert, darf der Gewinn aus der Nebentätigkeit zusammen mit Deinen übrigen Einkünften regelmäßig 565 Euro im Monat nicht übersteigen.

Familie: wer mitversichert ist und wer zahlt

In der gesetzlichen Kasse sind Ehepartner und Kinder unter den Voraussetzungen des § 10 SGB V beitragsfrei familienversichert. Für Ehepartner gilt das nur noch bis Ende 2027; ab 2028 kostet die Mitversicherung einen eigenen Beitrag, mehr dazu unter Familienversicherung für Ehepartner. Privat zahlt jede Person einen eigenen Beitrag.

Das ist die Rechnung, die den Wechsel am häufigsten kippt. Rechne deshalb nie Deinen Beitrag gegen Deinen Beitrag, sondern Deinen Haushalt gegen Deinen Haushalt. Zwei Stellen übersehen fast alle:

  • Die Kinder. Bist Du privat versichert und verdienst mehr als Dein gesetzlich versicherter Ehepartner und zugleich mehr als ein Zwölftel der Versicherungspflichtgrenze, 2026 also 6.450 Euro im Monat, sind die Kinder nicht familienversichert (§ 10 Abs. 3 SGB V).
  • Der Partner ohne eigenes Einkommen. Wechselst Du privat, fällt er aus der Familienversicherung und wird freiwilliges Mitglied. Seine Beiträge bemisst die Kasse dann aus Deinem Einkommen, bis zur Hälfte der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also bis 2.906,25 Euro im Monat (§ 2 Abs. 4 Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler). Das sind bis zu 491,16 Euro Krankenversicherung plus Pflege.

Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung

Einfach wieder freiwillig eintreten kannst Du als Selbstständiger nicht. § 9 Abs. 1 SGB V lässt den Beitritt nur in bestimmten Fällen zu, etwa direkt nach dem Ende einer Versicherungspflicht oder Familienversicherung; eine Selbstständigkeit gehört nicht dazu. Zurück führt der Weg über eine neue Versicherungspflicht, etwa eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze. Dann kannst Du den privaten Vertrag binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG).

Ab 55 ist auch dieser Weg in aller Regel zu. Wer danach versicherungspflichtig würde, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Für Selbstständige trifft das fast immer zu.

Der Wechsel in die PKV: die Reihenfolge

Erst die schriftliche Zusage des privaten Versicherers, dann der Austritt aus der Kasse. Als freiwilliges Mitglied kündigst Du zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats, wirksam mit dem Nachweis der neuen Versicherung. Die übliche Bindung von zwölf Monaten gilt nicht, wenn Du keine neue Kassenmitgliedschaft begründen willst (§ 175 Abs. 4 SGB V). Wer im Oktober kündigt, ist zum 31. Dezember draußen. Die Zeit in der gesetzlichen Kasse wird auf die Wartezeiten angerechnet, wenn der neue Schutz nahtlos anschließt (§ 197 Abs. 2 VVG).

Der Fehler, der in dieser Kette am häufigsten passiert, ist die umgekehrte Reihenfolge: erst kündigen, dann den Antrag stellen.

Alle Fristen und Sonderfälle stehen unter in die PKV wechseln.

Was ich Dir raten würde

Rechne mit dem Gewinn, an den Du selbst glaubst, nicht mit dem aus dem Businessplan. Und mit der Familie, die Du in fünf Jahren hast, nicht mit der von heute. Wenn Du dann gesund bist, Dein Gewinn stabil über dem Bereich liegt, in dem der Mindestbeitrag günstig ist, und niemand mitversichert werden müsste, würde ich privat gehen, und zwar früh. Das Eintrittsalter wirkt ein Leben lang, und die Gesundheitsprüfung wird mit jedem Jahr nicht leichter. Wenn eine dieser Bedingungen wackelt, bleib freiwillig gesetzlich und schau in einem Jahr wieder drauf; der Weg in die private Versicherung bleibt Dir als Selbstständiger offen, der zurück nicht. In beiden Fällen gilt: Krankengeld oder Krankentagegeld gehört in dieselbe Entscheidung, nicht in einen Vorsatz für später.

Wenn Du Deinen Gewinn und Deine Pläne nebeneinanderlegen willst, rechne ich Dir beide Wege durch. Was die private Seite konkret kostet, siehst Du vorab unter private Krankenversicherung für Selbstständige.

Was Gründer und Selbstständige mich dazu fragen

Wie ist man krankenversichert, wenn man selbstständig ist?

Freiwillig in der gesetzlichen Kasse oder privat. Als hauptberuflich Selbstständiger bist Du nicht versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V) und wählst selbst. Wer bisher gesetzlich versichert war, bleibt es als freiwilliges Mitglied, bis er austritt.

Wie viel kostet die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige?

2026 zwischen 222,80 und 982,31 Euro im Monat für die Krankenversicherung ohne Krankengeld, mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, je nach Gewinn. Dazu kommt die Pflege mit 3,6 Prozent, kinderlos 4,2 Prozent. Mit Krankengeld gilt 17,5 statt 16,9 Prozent.

Wie hoch ist der Mindestbeitrag zur Krankenversicherung für Selbstständige?

Die Kasse rechnet 2026 mindestens mit 1.318,33 Euro Einkommen im Monat. Daraus ergeben sich 222,80 Euro für die Krankenversicherung ohne Krankengeld und mit Pflege 270,26 Euro, kinderlos 278,17 Euro.

Gibt es einen Rechner für die Krankenversicherung als Selbstständiger?

Für die gesetzliche Seite reicht die Tabelle oben: Gewinn mal Beitragssatz, zwischen 1.318,33 und 5.812,50 Euro. Der private Beitrag steht erst nach der Gesundheitsprüfung verbindlich fest.

Muss ich als nebenberuflich Selbstständiger Krankenkassenbeiträge auf den Gewinn zahlen?

Als pflichtversicherter Arbeitnehmer nicht. Als freiwilliges Mitglied ja, zum ermäßigten Satz. Familienversicherte dürfen insgesamt regelmäßig höchstens 565 Euro im Monat haben.

Kann ich als Selbstständiger zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?

Nur über eine neue Versicherungspflicht, etwa eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze. Nach dem 55. Geburtstag ist das nach § 6 Abs. 3a SGB V in aller Regel ausgeschlossen.

Quellen

Ediz Catmaz
Ediz Catmaz Ich berate zur privaten Krankenversicherung und vermittle ausschließlich die HanseMerkur. Fragen zu diesem Beitrag beantworte ich am Telefon, meistens in zwanzig Minuten.
Ediz Catmaz ist gebundener Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 7 GewO und vermittelt ausschließlich Produkte der HanseMerkur.
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Unsicher, was in Deinem Fall gilt?

Ich rechne es einmal durch und sage Dir auch, wenn Du besser bleibst.