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Hamburger Beihilfe: was die Stadt zahlt und wo Deine Lücken liegen

Ediz Catmaz Ediz Catmaz ·Stand 02.10.2026 ·12 Min. Lesezeit Beamte

Als Beamtin oder Beamter in Hamburg bekommst Du nach § 80 Abs. 9 HmbBG 50 Prozent Beihilfe, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent. Im Ruhestand sind es 70 Prozent, für Deinen Ehepartner 70 und für Kinder 80. Eine Kostendämpfungspauschale gibt es in Hamburg nicht. Dafür ist die Liste dessen, was die Beihilfe gar nicht zahlt, länger als in den meisten Ländern: Chefarzt und Zweibettzimmer, Heilpraktiker und 40 Prozent der Laborkosten beim Zahnersatz. Den Rest versicherst Du selbst, meist mit einer privaten Restkostenversicherung.

Eine Person im grauen Mantel steht von hinten an einem Brückengeländer und blickt auf einen Kanal zwischen alten Backsteinspeichern
Für wenBeihilfesatz HamburgFundstelle
Beamte im aktiven Dienst, auch Anwärter50 %§ 80 Abs. 9 Satz 2 Nr. 1 HmbBG
Aktive Beamte mit mehr als einem berücksichtigungsfähigen Kind70 %§ 80 Abs. 9 Satz 3 HmbBG
Versorgungsempfänger70 %§ 80 Abs. 9 Satz 2 Nr. 2 HmbBG
Ehe- und Lebenspartner, wenn berücksichtigungsfähig70 %§ 80 Abs. 9 Satz 2 Nr. 3 HmbBG
Berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen80 %§ 80 Abs. 9 Satz 2 Nr. 4 HmbBG

Die Sätze stehen in Hamburg direkt im Beamtengesetz, die Einzelheiten in der Hamburgischen Beihilfeverordnung (HmbBeihVO), zuletzt geändert zum 1. Januar 2025. Wie Beihilfe und Restkostenversicherung im Alltag zusammenspielen, erklärt Beihilfe für Beamte: so zahlt die Beihilfe. Hier geht es um das, was in Hamburg anders ist.

Der Beihilfesatz in Hamburg und wann er sich ändert

Maßgeblich ist der Tag, an dem die Kosten entstehen, also der Tag der Behandlung oder des Einkaufs in der Apotheke. Nicht das Datum der Rechnung (§ 80 Abs. 4 und 9 HmbBG).

Zwei Kinder. Ist mehr als ein Kind berücksichtigungsfähig, steigt Dein Satz von 50 auf 70 Prozent. Berücksichtigungsfähig sind Kinder, die bei Dir im Familienzuschlag stehen (§ 80 Abs. 2 HmbBG). Sind Mutter und Vater beide verbeamtet, bekommt die 70 Prozent also der Elternteil, bei dem die Kinder im Familienzuschlag geführt werden, und Beihilfe für das Kind gibt es nur über einen von beiden (§ 80 Abs. 3 HmbBG). Der andere bleibt bei 50 Prozent. Wer beide Verträge gleichzeitig auf 30 Prozent umstellt, hat bei einem von beiden eine Lücke.

Keine 70 Prozent in der Elternzeit. Beim Bund steigt der Satz in der Elternzeit (§ 46 Abs. 3 BBhV). § 80 HmbBG kennt diese Regel nicht. Während der Elternzeit hast Du in Hamburg aber weiter Anspruch auf Krankenfürsorge (§ 81 HmbBG), die Beihilfe läuft also weiter.

Ausschluss trotz Versicherung. Schließt Dein Versicherer eine bestimmte Krankheit trotz rechtzeitiger und ausreichender Versicherung aus, erhöht sich der Satz für genau diese Kosten um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 Prozent.

Eine Grenze gehört auch hierher: Wer nur für weniger als ein Jahr eingestellt ist, bekommt keine Beihilfe, es sei denn, er ist insgesamt schon mindestens ein Jahr ohne Unterbrechung im öffentlichen Dienst (§ 80 Abs. 2 HmbBG).

Beihilfe für Ehepartner und Kinder

Dein Ehe- oder Lebenspartner bekommt 70 Prozent, wenn sein Gesamtbetrag der Einkünfte im Kalenderjahr vor dem Beihilfeantrag 20.000 Euro nicht übersteigt (§ 2 Abs. 5 HmbBeihVO, § 80 Abs. 12 HmbBG). Gemeint ist der Wert aus dem Steuerrecht (§ 2 Abs. 3 EStG), also nach Abzug etwa der Werbungskosten, nicht das Bruttogehalt.

Bemerkenswert ist, was fehlt. Nordrhein-Westfalen passt seine Grenze jedes Jahr an, Bayern hat sie auf 22.648 Euro angehoben. In Hamburg steht eine feste Zahl im Gesetz, ohne Anpassung. Mit jeder Gehaltserhöhung rutscht ein Partner, der Teilzeit arbeitet, also ein Stück näher an die Grenze. Liegt er darüber, bekommt er keine Beihilfe mehr und braucht vollen eigenen Schutz. Wenn Dein Partner nach der Elternzeit wieder einsteigt, würde ich die Rechnung vorher machen, nicht danach.

Kinder bekommen 80 Prozent, solange sie bei Dir im Familienzuschlag stehen. Privat versichert wird das Kind mit 20 Prozent Restkosten.

Leistungskatalog: wo die Beihilfe in Hamburg kürzt

Einen Katalog im Sinne einer Liste mit Preisen gibt es nicht. Die HmbBeihVO regelt Leistung für Leistung, was beihilfefähig ist und bis zu welcher Höhe. Ärztliche Rechnungen nach der GOÄ gelten bis zum Schwellenwert als angemessen, darüber nur mit Begründung des Arztes (§ 2 Abs. 1 HmbBeihVO). Die Stellen, an denen in Hamburg etwas offen bleibt, sind diese:

LeistungRegel in HamburgFundstelle
Chefarzt und Zweibettzimmer im Krankenhausnicht beihilfefähig§ 18 Abs. 2 HmbBeihVO, § 80 Abs. 12 Nr. 1 Buchst. h HmbBG
Heilpraktikernicht beihilfefähig, auch nicht die dort verordneten Mittel§ 80 Abs. 12 Nr. 1 Buchst. i HmbBG
Zahntechnik, Material und Keramik bei Füllungen, Zahnersatz und Implantatenzu 60 % beihilfefähig§ 7 Abs. 2 HmbBeihVO
Implantatehöchstens zwei je Kieferhälfte, vorhandene zählen mit§ 7 Abs. 5 HmbBeihVO
Kieferorthopädienur bei Behandlungsbeginn vor dem 18. Geburtstag, Ausnahmen bei schweren Kieferanomalien§ 7 Abs. 3 HmbBeihVO
Brille für Erwachsene ohne starke Sehschwächepauschal 25 € je Glas beihilfefähig§ 12 Abs. 3 HmbBeihVO
Arznei- und Verbandmittelje Mittel 10 % Eigenbehalt, mindestens 5 €, höchstens 10 €§ 8 Abs. 2 HmbBeihVO
Erkältungsmittel, Mund- und Rachenmittel, Mittel gegen Reisekrankheitfür Erwachsene nicht beihilfefähig§ 8 Abs. 4 HmbBeihVO

Die erste Zeile ist die wichtigste. In Hamburg trägt die Beihilfe Wahlleistungen im Krankenhaus überhaupt nicht. In NRW oder Bayern zieht das Land nur einen Tagesbetrag ab, hier fällt alles weg. Wer im Krankenhaus vom Chefarzt behandelt werden oder im Zweibettzimmer liegen will, versichert das zu 100 Prozent selbst.

Ich würde in Hamburg keinen Restkostentarif ohne Wahlleistungen abschließen.

Die Brille ist das Gegenstück im Kleinen. 25 Euro je Glas sind beihilfefähig, bei 50 Prozent Beihilfe zahlt die Stadt also 12,50 Euro. Für Kinder, für Erwachsene mit mehr als 6 Dioptrien Kurz- oder Weitsichtigkeit und bei schwerer Sehbeeinträchtigung liegt die Grenze bei 134 Euro je Glas (§ 12 HmbBeihVO).

Für eine Gleitsichtbrille ist das kaum mehr als ein Gruß.

Zahnersatz: 60 Prozent der Laborkosten

Beim Zahnersatz greift die Kürzung bei der Zahntechnik, also bei allem, was im Labor entsteht. Das ist wie ein Gutschein, der nur auf einen Teil des Einkaufs gilt. Kostet das Labor 3.000 Euro, erkennt die Beihilfe 1.800 Euro an und zahlt davon die Hälfte, 900 Euro. Ohne die Kürzung wären es 1.500 Euro gewesen. 600 Euro bleiben offen, wenn Dein Tarif nur seinen Anteil von 50 Prozent erstattet.

Genau dafür gibt es Beihilfeergänzungstarife. Was sie zahlen und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Beihilfeergänzungstarif: was er zahlt, was nicht.

Anwärter: kein Zahnersatz im Vorbereitungsdienst

Eine Regel trifft fast nur junge Beamte, und sie steht auf kaum einer Übersichtsseite: Für Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst und ihre Angehörigen sind Inlays, Kronen, Prothetik, Implantate und Funktionsdiagnostik nicht beihilfefähig (§ 7 Abs. 7 HmbBeihVO). Ausnahmen gibt es nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst oder wenn Du schon mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung im öffentlichen Dienst bist.

Für Dich heißt das: Eine Krone im Referendariat zahlst Du zur Hälfte aus eigener Tasche, wenn Dein Tarif nur 50 Prozent erstattet. Wer weiß, dass beim Zahnarzt etwas ansteht, lässt es am besten vor dem Vorbereitungsdienst machen oder fragt vorher nach, wie viel sein Tarif in dieser Zeit beim Zahnersatz erstattet. Mehr zur Zeit vor der Verbeamtung auf Probe steht unter Krankenversicherung im Referendariat.

Eigenbehalte und die Belastungsgrenze von höchstens 312 Euro

Bei jedem verordneten Arzneimittel zieht die Beihilfestelle 10 Prozent des Preises ab, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Dasselbe gilt für jede einfache Fahrt bei beihilfefähigen Fahrtkosten (§ 16 Abs. 2 HmbBeihVO). Kein Abzug gibt es bei Kindern, bei Schwangerschaft und Entbindung und für Versorgungsempfänger mit Bezügen bis zum Mindestruhegehalt (§ 8 Abs. 2 HmbBeihVO).

Nach oben ist das gedeckelt. Auf Antrag zieht die Beihilfestelle nichts mehr ab, sobald die Eigenbehalte im Kalenderjahr 2 Prozent Deines Einkommens, höchstens 312 Euro, übersteigen. Die Grenze gilt für Dich und Deine berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen (§ 8 Abs. 3 HmbBeihVO).

Rechnen musst Du dafür kaum. 2 Prozent sind schon ab 15.600 Euro Jahreseinkommen mehr als 312 Euro, und anders als etwa in NRW zählt in Hamburg auch das Erwerbseinkommen Deines Ehepartners mit. Für praktisch jeden Beamten ist der Deckel also 312 Euro im Jahr. Wer viele Rezepte hat, sollte den Antrag darauf nicht vergessen.

Beihilfe Hamburg für Pensionäre

Im Ruhestand steigt Dein Satz auf 70 Prozent. Für die private Versicherung bleiben dann 30 Prozent, und der Versicherer muss Deinen Schutz anpassen. Das passiert nicht von selbst. Stellst Du den Antrag innerhalb von sechs Monaten, geht das ohne neue Risikoprüfung und ohne Wartezeiten (§ 199 Abs. 2 VVG).

Zuständig für die Beihilfe der Versorgungsempfänger ist das Zentrum für Personaldienste (ZPD). Wer die pauschale Beihilfe gewählt hat, behält sie im Ruhestand, sie kommt dann mit den Versorgungsbezügen (Merkblatt Pauschale Beihilfe der Stadt, Stand Januar 2024).

Pauschale Beihilfe in Hamburg: das Original

Hamburg hat die pauschale Beihilfe am 1. August 2018 als erstes Land eingeführt, deshalb heißt sie oft „Hamburger Modell". Statt einzelne Rechnungen einzureichen, bekommst Du monatlich die Hälfte Deines Krankenversicherungsbeitrags. Bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif (§ 80 Abs. 10 HmbBG).

Die Entscheidung ist unwiderruflich.

Sie braucht die Schriftform. Mit ihr verzichtest Du auf jede ergänzende Beihilfe, auch für Ehepartner und Kinder. Wechselst Du später von der gesetzlichen in die private Versicherung oder umgekehrt, gibt es höchstens die Pauschale in der bisherigen Höhe. Pflegekosten deckt die Pauschale nicht ab.

Gedacht ist sie vor allem für Beamte, die freiwillig gesetzlich versichert bleiben. Dort ist sie oft die bessere Lösung. Ohne Pauschale gibt es für die Sachleistungen der Kasse keine Beihilfe (§ 2 Abs. 3 HmbBeihVO), und den Beitrag zahlst Du allein. Für privat Versicherte ist sie selten sinnvoll, weil der Deckel beim Basistarif greift und die Beihilfe für Leistungen über dem Niveau der Kasse nichts mehr zahlt. Welche Länder sie inzwischen anbieten und wie die Fristen dort aussehen, steht unter Pauschale Beihilfe: welche Länder sie zahlen.

Beihilfe Hamburg beantragen: App, Frist und Belege

Beihilfe gibt es nur auf Antrag. Die Regeln stehen in § 80 Abs. 6 HmbBG und § 4 HmbBeihVO:

WasRegel in Hamburg
Fristzwei Jahre nach Entstehen der Kosten oder nach der ersten Rechnung
FormKurzantrag oder Langantrag auf dem Formular der Stadt, oder digital über die App dBeihilfePlus
Mindestbetragkeiner mehr, seit 1. Januar 2025 entfallen
Belegelesbare Kopien genügen, sie kommen nicht zurück
Originalebei einer Beihilfe über 500 Euro drei Jahre aufbewahren, im Krankenhaus ab 1.000 Euro

Der Wegfall der 200-Euro-Grenze ist die angenehmste Änderung der letzten Jahre. Früher hat man Rechnungen gesammelt, bis die Summe reichte. Heute kannst Du jede Rechnung sofort einreichen, am besten am selben Tag bei der Beihilfe und bei Deinem Versicherer. Die App dBeihilfePlus ist für allgemeine Leistungen und für Pflege gedacht. Pflegeanträge reichst Du laut ZPD getrennt vom Kurzantrag ein.

Für Polizei und Feuerwehr gilt etwas anderes. Wer Anspruch auf Heilfürsorge hat, bekommt dafür keine Beihilfe (§ 2 Abs. 6 HmbBeihVO). Die Beihilfe beginnt dort meist erst mit dem Ruhestand.

Welche Absicherung zur Hamburger Beihilfe passt

Beihilfekonform heißt ein Tarif, wenn er zusammen mit Deinem Beihilfesatz in der Regel 100 Prozent ergibt: 50 Prozent im aktiven Dienst, 30 mit zwei Kindern beim Bezieher des Familienzuschlags und im Ruhestand, 20 für Kinder. Dazu kommt die anteilige Pflegeversicherung, die Pflicht ist (§ 23 Abs. 3 SGB XI).

Vor dem Vertrag steht eine Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen können zu einem Zuschlag, einem Leistungsausschluss oder im Einzelfall zur Ablehnung führen. Nach den Musterbedingungen gilt eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten und eine besondere von acht Monaten, unter anderem für Entbindung, Psychotherapie und Zahnersatz (§ 3 MB/KK 2009); einzelne Tarife verkürzen sie.

Für Beamtenanfänger mit Vorerkrankungen gibt es die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer. Wer innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung einen Antrag stellt, wird bei den teilnehmenden Versicherern nicht aus Risikogründen abgelehnt, bekommt keine Leistungsausschlüsse und höchstens 30 Prozent Zuschlag. Nicht jeder Versicherer nimmt teil, auch der nicht, den ich vermittle. Für Beihilfeergänzungstarife gelten die Erleichterungen nicht.

Ich vermittle ausschließlich die HanseMerkur, für Beamte die Linien Be Fit Smart und Be Fit Best. Was sie leisten und kosten, steht unter private Krankenversicherung für Beamte. Für die Zeit im Vorbereitungsdienst gibt es HanseMerkur für Beamtenanwärter und Referendare.

Klassisch oder pauschal: für wen sich was lohnt

Die Frage, die in Hamburg vor allem anderen steht, ist die nach dem Weg. Einmal entschieden, gilt sie für ein ganzes Beamtenleben. Deshalb lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, wem welcher Weg nützt.

Die klassische Beihilfe mit privater Restkostenversicherung passt zu Dir, wenn

  • Du jung und gesund in die Verbeamtung gehst und die Gesundheitsprüfung kein Thema ist,
  • Dir Chefarzt, Zweibettzimmer und ein guter Zahnersatz etwas wert sind und Du sie über Deinen Tarif absicherst,
  • Du Kinder planst: Sie kosten mit 80 Prozent Beihilfe privat wenig, und ab dem zweiten Kind steigt Dein eigener Satz auf 70 Prozent.

Die pauschale Beihilfe mit gesetzlicher Kasse passt eher, wenn

  • Du schon lange gesetzlich versichert bist und eine Vorerkrankung den Weg in die private Versicherung schwer macht,
  • Dein Ehepartner selbst gesetzlich versichert ist und mehrere Kinder kostenlos in der Familienversicherung mitlaufen,
  • Du mit dem Leistungsniveau der Kasse zufrieden bist und auf Wahlleistungen keinen Wert legst.

Ein Satz zum Einwand, der hier fast immer kommt: der Beitrag im Alter. Die private Versicherung steigt mit den Jahren, das stimmt. Im Ruhestand trägt die Beihilfe aber 70 Prozent, privat versichert sind nur noch 30. Die gesetzliche Kasse rechnet dagegen weiter nach Deinen Versorgungsbezügen, und die Pauschale deckt davon die Hälfte. Wie sich das im Einzelfall rechnet, hängt an Gehalt, Familie und Alter beim Eintritt.

Für die meisten gesunden Berufseinsteiger halte ich die klassische Beihilfe in Hamburg für den besseren Weg. Wer dagegen mit einer Vorerkrankung und drei Kindern verbeamtet wird, für den kann die Pauschale die klügere Entscheidung sein. Nur rückgängig machen lässt sie sich nicht.

Bevor Du den Antrag unterschreibst, würde ich beide Wege mit Deinen Zahlen durchrechnen.

Was Beamte in Hamburg zur Beihilfe wissen wollen

Wie hoch ist der Beihilfesatz in Hamburg?

50 Prozent im aktiven Dienst, 70 Prozent bei mehr als einem berücksichtigungsfähigen Kind und im Ruhestand, 70 Prozent für den berücksichtigungsfähigen Ehepartner, 80 Prozent für Kinder (§ 80 Abs. 9 HmbBG).

Zahlt die Beihilfe in Hamburg Chefarzt und Zweibettzimmer?

Nein. Mehraufwendungen für Wahlleistungen im Krankenhaus sind in Hamburg nicht beihilfefähig (§ 18 Abs. 2 HmbBeihVO). Wer sie haben möchte, versichert sie vollständig privat.

Wie viel zahlt die Beihilfe Hamburg beim Zahnersatz?

Die zahnärztliche Leistung wird nach Deinem Satz erstattet, Labor, Material und Keramik nur zu 60 Prozent ihrer Kosten (§ 7 Abs. 2 HmbBeihVO). Implantate sind bis zu zwei je Kieferhälfte beihilfefähig.

Wie hoch darf das Einkommen des Ehepartners sein?

Der Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr vor dem Antrag darf 20.000 Euro nicht übersteigen (§ 2 Abs. 5 HmbBeihVO). Darüber bekommt der Partner keine Beihilfe.

Bis wann muss ich die Beihilfe in Hamburg beantragen?

Innerhalb von zwei Jahren nach Entstehen der Kosten oder nach der ersten Rechnung (§ 80 Abs. 6 HmbBG). Einen Mindestbetrag gibt es seit 2025 nicht mehr.

Kann ich von der pauschalen zurück zur klassischen Beihilfe?

Nein. Antrag und Verzicht auf ergänzende Beihilfen sind nach § 80 Abs. 10 HmbBG unwiderruflich. Nur ein neues Beamtenverhältnis, etwa nach dem Vorbereitungsdienst, öffnet die Wahl neu.

Quellen und Fundstellen

3 Fundstellen
  1. Dezember 2024
Ediz Catmaz

Ediz Catmaz

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